UNIDO ITPO Germany präsentiert Studie über die Auswirkungen von COVID-19 auf die Agrar- und Lebensmittelindustrie in Afrika und Asien

Bonn, 11.08.2020

Zu Beginn der weltweiten Verbreitung der COVID-19-Pandemie gab es in vielen Staaten Bedenken, ob die Sicherstellung der Nahrungsmittelversorgung noch zu gewährleisten ist. Dabei gilt zu beachten: Auch wenn die Krise unmittelbare Auswirkungen auf die Lebensmittel- und Agrarversorgungsketten hat, beschränken sich die negativen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie nicht allein auf kurzfristige Schwankungen von Angebot und Nachfrage. Zum Hintergrund: Die Nahrungsmittel- und Agrarbranche macht zehn Prozent des globalen BIP aus und beschäftigt weltweit schätzungsweise 1,5 Milliarden Menschen. Der Ausbruch von COVID-19 wird daher wahrscheinlich weitreichende, spürbare soziale und wirtschaftliche Folgen für diesen Sektor haben.

Doch welche konkreten Auswirkungen hat die Pandemie auf die Geschäftsaktivitäten europäischer und speziell deutscher Betriebe in afrikanischen und südostasiatischen Märkten? Das wollte das UNIDO Investment and Technology Promotion Office (ITPO) Germany herausfinden. Zusammen mit der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft e.V. (DLG) und dem Startup SmartHectar Innovation initiierte das ITPO eine Online-Umfrage unter 800 Unternehmen aus der Lebensmittel- und Agrarbranche. Durchgeführt wurde die Befragung von dimap, dem Deutschen Institut für Markt- und Politikforschung von Juni bis Juli 2020. Die Mehrheit der Teilnehmer sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit Sitz in Europa, ein Drittel sind Konzerne. Zwei Drittel der Befragten erwirtschaften mehr als die Hälfte ihres Jahresumsatzes in ausländischen Märkten.

Die Ergebnisse der Umfrage bestätigen, dass die Coronavirus-Pandemie wie erwartet eine große Herausforderung für Unternehmen aus dem Lebensmittel- und Agrarsektor darstellt. Denoch bleiben die unmittelbaren Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit in den afrikanischen und südostasiatischen Märkten noch begrenzt, wohingegen sie in Europa in Form von Produktionsrückgängen und Auftragsstornierungen bereits stärker ausgeprägt sind. Trotz der sich abzeichnenden Krise sind die langfristigen Aussichten der meisten Unternehmen nach wie vor relativ positiv. Etwa zehn Prozent der Befragten erwägen Entlassungen oder die Schließung von Unternehmensbereichen in ausländischen Märkten. Viele Firmen wollen sich jedoch mittel- bis langfristig in punkto Produkte, Lieferanten und Kunden breiter aufstellen, um die Auswirkungen der Krise zu bewältigen. Ein Drittel hofft, als Antwort auf die Pandemie seine Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten auszuweiten.

Die Mehrheit der KMU sieht die Öffnung neuer Märkte und die fortgesetzte internationale Expansion als den richtigen Weg zur Anpassung an die Krise. Die Märkte offen zu halten, sei entscheidend, um die weltweite Versorgung mit Nahrungsmitteln zu sichern und die soziale und wirtschaftliche Stabilität aufrechtzuerhalten. Die Befragten waren der Auffassung, dass die Liberalisierung des Handels durch aktive Maßnahmen zur Unterstützung lokaler Lieferketten und zur industriellen Weiterentwicklung der Lebensmittel- und Agrarindustrie ergänzt werden muss.

Die Ergebnisse der Erhebung bestätigen ITPO Germany und dessen Partner in ihrem Bestreben, Technologieanbieter und Investoren im Nahrungsmittel- und Agrarsektor in Entwicklungs- und Schwellenländern, insbesondere in Afrika und Südostasien, weiter zu unterstützen.

Alle Details der Befragung finden Sie im ausführlichen Bericht als PDF unter:

https://itpo-germany.org/PDF/UNIDO-ITPO_Covid_19_Auswirkungen.pdf

Bei Rückfragen und Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an Frau Maria Victoria Heller, Office Assistant, Tel: 0228-815-0551; m.heller@unido.org